Berufsbezogene Psychotherapie | 21.04.2018 | München


Berufsbezogene Psychotherapie | 21.04.2018 | München

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Berufsbezogene Psychotherapie
Samstag, 21.04.2018 von 9.30 – 17.00 Uhr
Lindwurmstr. 117, München

Ein seit Jahren zunehmender Anteil und Arbeitsunfähigkeit und Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen und die breite Medienpräsenz des sog. Burnout Syndroms weisen darauf hin, dass Arbeitsbelastungen von zentraler Bedeutung für die Ätiologie und Behandlung psychischer Erkrankungen sind. Vor diesem Hintergrund erscheint es geradezu paradox, dass weithin große Unsicherheit herrscht, ob es sich beim Burnout Syndrom um eine behandlungsbedürftige Diagnose handelt. Im Unterschied zu störungsspezifischer Behandlung fehlt es an evidenzbasierten Behandlungsleitlinien, wie berufliche Belastungen als Auslöser und aufrechterhaltender Faktor psychischer Erkrankungen behandelt werden können. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass berufsbezogene Behandlungselemente ein zentrales Anliegen vieler Patienten ansprechen und deren gezielte Behandlung im Rahmen psychotherapeutischer Behandlungsangebote einer wertvollen Ergänzung störungsspezifischer Programme darstellen, vor allem zur Transfersicherung und der Vorbeugung von Rückfällen.

Im Rahmen des Workshops wird auf den aktuellen Stand der Definition des Burnout Syndroms, Möglichkeiten der Diagnostik beruflichen Überlastungserlebens und die Indikationsstellung für berufsbezogene Behandlungselemente eingegangen. Im Anschluss werden zentrale Konzepte der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer beruflicher Überlastung vorgestellt (z.B. das Modell der beruflichen Gratifikationskrise nach Siegrist) und in Form eines Erklärungs- und Veränderungsmodells zusammengefasst.

Bewährte berufsbezogene Interventionen im Einzel- und Gruppensetting werden demonstriert und praktisch erprobt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auf psychotherapeutisch relevante sozialmedizinische Grundbegriffe (z.B. Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Grad der Behinderung, berufliche Wiedereingliederungsmaßnahmen) einzugehen und hierdurch Verfahrenssicherheit im Umgang mit berufsbezogenen Behandlungsanliegen zu vermitteln.

Auswahl eigener Publikationen zum Thema:

Hillert, A. Koch, S. & Lehr, D (im Druck). Burnout und chronischer beruflicher Stress: Ratgeber für Betroffene und Angehörige. Ratgeber Reihe Fortschritte der Psychotherapie, Göttingen: Hogrefe.

Hillert, A., Lehr, D., Koch, S., Bracht, M., Ueing, S., Lüdtke, K. & Sosnowsky-Waschek, N. (2016). Lehrergesundheit - AGIL: Das Präventionsprogramm für Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf (2. überarbeitete Auflage). Stuttgart: Schattauer.

Koch, S., Lehr, D. & Hillert, A. (2015). Burnout und chronischer beruflicher Stress. Reihe Fortschritte der Psychotherapie, Göttingen: Hogrefe.

Koch, S., Lehr, D. & Hillert, A. (2014). Berufsbezogene Psychotherapie. PsychUp2date, 325-339.

Hillert, A., Lehr, D., Koch, S., Bracht, M., Ueing, S., Sosnowsky-Waschek, N. & Baum, K. (2014). AGIL- Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf: Die Module in praktischer Anwendung (Lehrfilm-DVD 186 Minuten). Stuttgart: Schattauer.

Koch, S., Geissner, E. & Hillert, A. (2007). Berufliche Behandlungseffekte in der stationären Psychosomatik. Der Beitrag einer berufsbezogenen Gruppentherapie im Zwölf-Monats-Verlauf. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 55 (2), 97-109.

Koch, S., Hillert, A. & Geissner, E. (2007). Diagnostische Verfahren zum beruflichen Belastungs- und Bewältigungserleben in der psychosomatischen Rehabilitation. Die Rehabilitation, 46, 82-92.

Koch, S., Hedlund, S., Rosenthal, S. & Hillert, A. (2006). Stressbewältigung am Arbeits­platz: Ein stationäres Gruppentherapieprogramm. Verhaltenstherapie, 16, 7-15.

 

 

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